Emder Ruderer fährt zur Weltmeisterschaft

Wassersport – Der 17-jährige Jann Henner de Boer setzt sich in der Mannschaftsbildung durch.

EMDEN – Riesenerfolg und Riesenehre für den Emder Ruderer Jann Henner de Boer: Der 17-Jährige darf ab sofort das deutsche Nationaldress überstreifen. Und es kommt noch besser: De Boer sicherte sich einen Platz im Deutschland-Achter (Riemen) der Altersklasse U19. Damit sitzt er Anfang August bei der Weltmeisterschaft in Plowdiw (Bulgarien) mit im Boot, wenn die deutsche Mannschaft um eine Medaille kämpft. „Anfang der Saison habe ich gesagt, dass ich mir gerne den Deutschland-Einteiler anziehen würde. Ganz geglaubt habe ich nicht daran. Dass ich das jetzt erreicht habe, ist gigantisch. Ohne die Unterstützung meiner Eltern und Trainer hätte ich das nicht geschafft“, sagte de Boer am Telefon.

Nach starken Saisonleistungen – zuletzt mit Silber im Vierer bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Krefeld – war de Boer vom Bundestrainer zur sogenannten Mannschaftsbildung nach Berlin-Grünau eingeladen worden.

Umfangreiche Tests

Dort standen in den vergangenen Tagen umfangreiche Tests auf dem Ergometer und in mit modernster Messtechnik ausgestatteten Booten an. Das Ergebnis: Jann Henner de Boer landete im Abschlussranking auf dem 2. Platz auf der Steuerbord-Position. Ein Platz im Riemen-Achter (vier Ruderer auf Steuer- und vier auf Backbord plus zwei Ersatzleute) bei der U-19 ist ihm damit garantiert.

Gleich nach Verkündung der Ergebnisse am Dienstagvormittag informierte der junge Emder seine Eltern und Trainerin Annika Lindequist vom Emder Ruderverein. „Ich habe mich tierisch gefreut für ihn. Er wollte schon seit langem gerne einmal den Adler auf der Brust tragen und hat viel dafür investiert und auf vieles verzichtet“, sagte Trainerin Annika Lindequist. Das weiß auch Papa Dirk de Boer. „Wenn andere am Wochenende auf Partys gegangen sind, ist er nach Essen oder Osnabrück gefahren, um zu rudern.“ Im Elternhaus de Boer war die Freude über die guten Nachrichten groß. „Ich bin natürlich mega stolz“, so Dirk de Boer, früher selbst Leistungsruderer beim ERV. Heute trainiert er dort die Kinderabteilung. Er habe allerdings fast damit gerechnet. „Jann hat jahrelang darauf hingearbeitet.“

Unbeschreiblich

Zur Mannschaftsbildung nach Berlin war der Junioren-Ruderer, der das Johannes-Althusis-Gymnasium (JAG) besucht, eigentlich relativ entspannt angetreten. Im „schlechtesten“ Fall wäre er zum prestigeträchtigen Coupe de la Jeunesse nach Luzern (Schweiz) gefahren. Schon dieser Wettkampf wäre ein großes Erlebnis gewesen. Dass es sogar für die U19-Weltmeisterschaft reichte, ist sozusagen das i-Tüpfelchen auf einer grandiosen Saison. „Ich bin mit der Erwartung hergefahren, dass ich beim Coupe antreten darf. Ich wollte einfach mein Bestes geben. Dass ich sogar Zweiter auf der Steuerbordposition geworden bin, ist ein unbeschreibliches Gefühl“, so Jann Henner de Boer.

In den kommenden Wochen bleibt de Boer in Grünau, wo sich sein Achter auf der dortigen Regattastrecke ausgiebig vorbereitet. Eine offizielle Zielsetzung gibt es noch nicht für die Weltmeisterschaft vom 5. bis zum 8. August. Normalerweise will der Deutschland-Achter aber auch bei den Junioren immer um Edelmetall mitfahren.

Quelle: Emder Zeitung vom 09.07.2026
www.EmderZeitung.de