Ballsportart- Ehemaliger Emder Jung baut mit seinem Schwager in seiner Heimatstadt 2 Padel-Courts beim RSV
Emden tritt aufs Gas: Beim Rasensportverein (RSV) Emden an der Normannenstraße entsteht eine völlig neue Fläche für eine Trendsportart. Federführend für den Bau sind der ehemalige Emder Frank Eilers und sein Schwager Benni Kelhüseyin. Beim RSV-Vorstand trafen sie mit ihrer Idee auf offene Ohren.
Und die sieht wie folgt aus: Auf dem Gelände vom RSV Emden werden zwei 20×10-Meter große Padel-Courts vor der Freifläche des Rasenplatzes entstehen. Mit dem Grundstücksbesitzer Deutsche Bahn ist alles geklärt, der Bauantrag ist gestellt, auf die Genehmigung warten sie. Wenn es gut läuft, hoffen Eilers und Kelhüseyin, stehen beide Plätze inklusive LED-Flutlicht im Mai. „Wir haben tatsächlich auch schon Buchungsanfragen von Touristen. Acht Niederländer machen im Sommer in Emden Urlaub und wollen dann dort spielen“, sagt Eilers lachend.
Die Idee zum Bau kam den beiden in ihrem Heimatverein. Die beiden Macher spielen in Zwischenahn selbst Padel und haben dort die Probleme vieler Vereine erkannt. „In Bad Zwischenahn haben wir drei Sportvereine, die sich zur SG am Meer zusammengeschlossen haben“, sagt Eilers. Einerseits haben alle drei Vereine die Flächen, aber längst nicht mehr so viele Mannschaften, um die Flächen voll zu nutzen. Da müssen neue Ideen her. In Zwischenahn läuft es in Sachen Padel sehr gut. „Also haben wir gesagt, das müssen wir auch woanders machen.“ In Wilhelmshaven bauen die Beiden beim Tennis- und Hockeyclub ebenfalls Padel-Courts.
Die Verbindung nach Emden ist recht einfach. Frank Eilers ist der Sohn von Boxtrainer Gerd Eilers, Benni Kelhüseyin mit der Tochter von Gerd verheiratet. „Die Idee entstand bei einer Feier und hat mich nicht mehr losgelassen.“ Tags darauf hat sich Frank Eilers die Begebenheiten in seiner Heimatstadt angeschaut. Beim RSV Emden wurde er schließlich „fündig“. „Er hat bei uns offene Türen eingerannt“, sagt RSV-Vorstand Wilfried Dietrich.
Denn der Verein steht vor eben dieser Herausforderung, die es auch bei der SG am Meer gibt. „Wir haben viele Sachen in der Vergangenheit hierher geholt.“ Da wäre die Hundeschule auf den ehemaligen Tennisplätzen rechts hinter dem Sportheim, die Boulebahnen – in unmittelbarer Nähe der neuen Pedal-Courts, oder auch bis vor einem Jahr die Footballer der Emden Tigers. Denn: „Fußball wird bei uns leider immer weniger.“ Im Sportheim gibt es dazu zwei Kegelbahnen, die gebucht werden können. Und mit Jörg „Mü“ Müller haben die RSVler einen sehr guten Vereinswirt. Dietrich erwähnt auch die Nähe zur Hochschule und Trendsportarten wären ja auch für Studenten sicherlich ein Highlight.
Ideale Bedingungen für Eilers/Kelhüseyin sozusagen, die auch noch andere Auflagen im Blick haben müssen. Das ist einmal die Geräuschkulisse beim Padel und die Lichtemissionen durch die LED-Anlage. „Das muss man beim Bau alles berücksichtigen“, sagt Kelhüseyin. Der hat gleich einen Wunsch: „Ein beschleunigtes Bauvorhaben bei solchen Sachen, von denen viele profitieren können, wäre gut.“
Eine Sache betonen die beiden Bauherren: „Wir wollen auf keinen Fall Konkurrenz zu den Tennisspielern sein und sehen uns auch nicht so.“ Im Gegenteil: Die Tennisspieler der SG am Meer spielen ebenso gerne auch mal Padel. Diese Synergie könnte auch in Emden funktionieren. Dem RSV-Vorstand geht es auch darum, dass ordentlich Leben auf dem Gelände ist. Mit einer Trendsportart, die vor allem in Argentinien und Spanien, während der Corona-Pandemie auch in Skandinavien immer beliebter wird, könnte das gelingen.
Padel – Was ist das?
Padel ist eine schnelle, wachsende Trendsportart, die Elemente von Tennis und Squash verbindet. Padel begeistert durch seinen Mix aus Tennis und Squash, schnelle Ballwechsel und unkomplizierten Einstieg. Die Sportart boomt aktuell in Deutschland und Europa.
Was noch dazu wichtig ist:
Peter Bartsch, Vorsitzender vom Stadtsportbund (SSB) Emden, begrüßt den Bau der Pedal-Courts, weil solche Sportangebote für Jedermann ohne Vereinszugehörigkeit ausdrücklich auch im Sportentwicklungsplan für Emden genannt werden. „Die Disc-Golf-Anlage auf dem Wall ist so ein Beispiel“, sagt Bartsch. Er selbst hatte Pedal im Emsland gesehen und sich da schon gedacht, ob das nicht auch etwas für Emden wäre. „Wir vom Stadtsportbund sind offen für neue Ideen und deren Umsetzung.“ Wenn Hilfe gebraucht werden würde, dann „sind unsere Türen offen“.
Das Wichtigste im Überblick:
Court: Gespielt wird auf einem 20 × 10 Meter großen Platz, umgeben von Glas- und Gitterwänden.
Teams: Meistens spielen zwei Teams zu je zwei Personen gegeneinander (Doppel).
Schläger: Die Schläger sind kurz, haben keine Saiten und bestehen meist aus einem festen Material mit Löchern.
Ball: Es wird mit einem gelben Filzball gespielt, der ähnlich dem Tennisball ist, aber weniger Druck hat.
Spielweise: Wie beim Tennis wird der Ball über ein Netz gespielt. Die Besonderheit: Auch die Wände dürfen genutzt werden – ähnlich wie im Squash.
Ziel: Punkte macht, wer den Ball so spielt, dass das gegnerische Team ihn nicht regelgerecht zurückspielen kann.
Warum ist Padel ein Trendsport? Einfach zu lernen, macht schnell Spaß – Schnelles, intensives Spiel, wenig Wartezeiten – Ideal für Anfänger und Fortgeschrittene, breite Community
Fazit: Padel begeistert durch seinen Mix aus Tennis und Squash, schnelle Ballwechsel und unkomplizierten Einstieg. Die Sportart boomt aktuell in Deutschland und Europa.
Quelle: Emder Zeitung vom 28.02.2026
www.EmderZeitung.de
