Erster echter Wettlauf nach Monaten begeistert Sportler

Berglauf – Packender Schlussspurt von Mahmud Ibrahim und Martin Bergmann.

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Ausgelassene Stimmung: Ein gut gelaunter, kleiner Läufer-Lindwurm schlängelt sich den Friesenhügel hinauf.
 

„Endlich geht es wieder los. Endlich wieder einmal ein Wettkampf.“ Sätze wie diese hörte man am Sonnabend häufiger, die Läuferinnen und Läufer hungerten förmlich nach einem Wettbewerb.

So herrschte am frühen Nachmittag eine ausgesprochen optimistische Stimmung beim von der Emder Laufgemeinschaft ausgerichteten achten Berglauf rund um und über den Friesenhügel, der bis 1981 als Müllhalde genutzt und vor neun Jahren als Freizeit- und Erholungsanlage freigegeben wurde.

„Wegen der immer noch hohen Zahl von Corona-Infizierten haben wir unseren Berglauf nicht so stark beworben“, erklärte Organisator Günther Riemeyer vom Ausrichter Emder LG. Und weiter: „Am letzten Berglauf 2019 hatten wir 230 Teilnehmer, heute hoffen wir, dass wir die Hundert erreichen, 57 Voranmeldungen sind bei uns eingegangen.“ Am Ende absolvierten insgesamt 72 Aktive die anspruchsvolle Strecke, davon hatten sich 18 für die zehn Kilometer und 54 für die kürzere Strecke über fünf Kilometer entschieden. Die Sieger kamen dieses Mal fast alle aus Emden.

Den Wettbewerb über zehn Kilometer der Männer gewann Mahmud Ibrahim von der Emder LG nach packendem Zweikampf vor seinem Vereinskollegen Martin Bergmann, über fünf Kilometer waren Rouven-Manuel Miege (RouKoJoh M hoch 3) bei den Männern und Inga Weerts (Emder LG) bei den Frauen als Erste im Ziel. Nur im Zehnkilometerlauf der Frauen war Ossiloopgewinnerin Verena Coordes vom TuS Weene ganz vorne.

„Mir fällt ein Stein vom Herzen, dass wir heute den Berglauf starten können“, war Johann Doden, der erste Vorsitzende der Emder LG vor dem Start zwar noch etwas aufgeregt, aber sehr zufrieden: „Nach zwei Jahren Pause geht es endlich wieder los, die Wettkämpfe haben wir sehr vermisst, hoffentlich können wir auch unseren Matjeslauf durchführen. Heute mussten wir alles aus dem Nichts heraus aufbauen. Dass wir wieder Veranstaltungen als Ziele haben, freut uns ungemein!“

Als Radfahrer auf dem Führungsfahrrad musste Doden anschließend richtig Tempo machen und dabei den etwas komplizierten Kurs stets im Auge behalten. Kaum Zeit für lange Erklärungen hatte Organisator Günther Riemeyer vor dem Start, die 35 Helferinnen und Helfer waren eine „Riesenmischung“ aus bewährten und vielen neuen Kräften, die mussten mit ihren Aufgaben vertraut gemacht werden. „Heute helfen uns Leute aus mehreren Vereinen, Schüler, Rentner, Familienmitglieder.“ Doch nach dem ersten Wettbewerb atmete Riemeyer auf: „Hat alles geklappt! Keiner hat sich verlaufen!“

Exakt zehn Kilometer lang war das erste Rennen. Nach zwei Kilometern hatten sich Mahmud Ibrahim, Martin Bergmann und Sebastian Bambey von Fortuna Logabirum schon weit vom übrigen Feld abgesetzt. Etwa bei Kilometer fünf verschärften die beiden Emder das Tempo, Bambey konnte nicht mehr folgen und musste abreißen lassen. Mahmud Ibrahim konnte sich zwischendurch immer wieder einmal etwas absetzen, doch Martin Bergmann holte ihn stets wieder ein. Die Entscheidung fiel auf den letzten 400 Metern: Ibrahim lag einige Meter vorne, dann sprinteten beide im 100 Meter-Tempo Richtung Ziel und flogen förmlich über den Strich. Ein tolles Finish!

Für Ibrahim wurden 36:48 und für Bergmann 36:50 Minuten gemessen. „Ich wusste gar nicht, wie schnell ich zurzeit laufen könnte. Von Oktober bis Januar war ich mit Abschlussprüfungen befasst und hatte keine Zeit zum Trainieren. Und dann hat es mich auch noch zweimal mit Corona erwischt. Beim letzten Mal war es allerdings nicht ganz so heftig. Ich hoffe, dass es jetzt mit den Wettkämpfen weitergeht“, sagte Ibrahim nach seinem Erfolg. „Das hat Spaß gemacht, endlich wieder einmal einen richtigen Wettkampf zu haben“, äußerte sich Martin Bergmann nach dem Zieleinlauf und „Mahmud war bergab einfach schneller“ hatte er im Rennen festgestellt. Sebastian Bambey wurde in beiden Läufen jeweils Dritter und war damit auch zufrieden: „Das war der letzte Schliff für den Hannover-Marathon.“ Der ist für das nächste Wochenende geplant.

„Ein bisschen anstrengend, auch weil ich lange nichts gemacht habe“, fand Verena Coordes ihren ersten Berglauf. Trotz einer schmerzhaften Verletzung am rechten Knie und falscher Schuhe („Ich hatte nur beim Bahnschuhe im Auto“) kam sie als Gesamtsechste nach 43:48 Minuten ins Ziel.

„Es ist schön, dass dieses Event stattfindet und wir wieder einmal laufen und Leute treffen können. Das war heute ein Highlight“, freute sich Viola Steffens von der Emder LG. Nur sie und Verena Coordes hatten sich für die zehn Kilometer entschieden. Mit absolvierten 48:07 Minuten wurde Steffens Zehnte im Gesamtklassement. Richtig trainiert hatte sie nicht: „Ich arbeite auf der Corona-Station im Emder Krankenhaus, da haben wir so viel zu tun, nach der Arbeit bin ich platt!“

Seine ehemaligen Kollegen von der EVAG wollte der 73-jährige Jan Busch aus Neermoor beim Berglauf treffen. Um die Steigungen zu üben, war er mehrfach in Emden gewesen und hatte am Friesenhügel einige Trainingseinheiten absolviert. Am Sonnabend ging er über fünf Kilometer an den Start und benötigte dafür 31:38 Minuten. Einer seiner Kollegen war übrigens Lauf-Organisator Riemeyer.

Quelle: Emder Zeitung vom 28.03.2022
www.EmderZeitung.de