Hochschul-Spendenlauf – Was sonst Monate der Vorbereitung dauert, ging diesmal innerhalb weniger Tage.
600 Menschen nahmen an der Veranstaltung aktiv teil.

600 Menschen haben es wissen wollen und sind dem Aufruf der Hochschule Emden/Leer gefolgt: Sie alle liefen, walkten, gingen gemütlich oder fuhren mit Fahrrädern die fünf Kilometer lange Strecke des Hochschul-Spendenlaufes über den Campus zum Friesenhügel und zurück. Klar war aber auch, dass es diesmal nicht um Zeiten, um eine schöne Veranstaltung in lauer Sommernacht und dem gemeinsamen Lauferlebnis ging. Solidarität, Flagge zeigen und ein Zeichen setzten für die Menschen in der Ukraine war das Hauptanliegen des Spendenlaufes.
Bemerkenswert: „Normalerweise brauchen wir für die Planung so ein paar Monate, diesmal war alles in ein paar Tagen in trockenen Tüchern“, sagte der Hochschul-Sportkoordinator Benny Breuer . Nicht nur ihm war anzumerken, dass die vielen anwesenden Menschen ihn einerseits freuten, der Anlass für diesen so früh im Jahr stattfindenden Lauf aber andererseits sehr nachdenklich stimmte. „Es ist bedrückend, wenn man sieht, worum es geht“, sagte zudem Hochschulpräsident Dr. Gerhard Kreutz . Aber er war überwältigt vom Zuspruch. „Als wir in der vergangenen Woche darüber geredet haben, dachte ich, es kommen so 100, vielleicht 200 Teilnehmer.“ Pastor Holger Veddeler brachte in seiner Rede zum Ausdruck, dass er froh ist, frei reden zu dürfen. „Ich bin dankbar, dass wir unserer Ohnmacht Ausdruck verleihen“, sagte er.
Mit dieser Veranstaltung möchte die Hochschule Gutes tun. Beim Abholen der Startnummer war eine Gebühr von fünf Euro zu entrichten. Doch: „Es ist bemerkenswert, wie viele Teilnehmer und auch Spender mehr Geld für diesen guten Zweck geben“, so Breuer. Und weil es so viele waren, musste der Veranstalter noch zwei weitere Anmeldestände öffnen. Viele haben Breuer angeschrieben und sich bedankt, dass die Hochschule diese Veranstaltung so kurzfristig auf die Beine gestellt hat. „Die Hilfsbereitschaft, nicht nur bei dieser Veranstaltung, ist überragend“, so Breuer.
Oberbürgermeister Tim Kruithoff sagte, er sei stolz, wie viel Solidarität die Menschen der Stadt Emden zeigen, nicht nur auf dem Campus, sondern beispielsweise auch bei der Mahnwache im Stadtgarten. „Das ist ein klares Zeichen für den Frieden“, sagte er. Er sorgte noch für einen Lacher bei den Anwesenden, weil Hochschul-Vizepräsident Manfred Nessen ihn als Oberbürgermeister der Stadt Aurich angekündigt hatte. „Aurich würde ich noch mitmachen, ich habe Kapazitäten, fangen wir bei Hinte an, aber das ist ein anderes Thema“, sagte er deshalb scherzhaft.
Auch wenn der Krieg in der Ukraine kein schöner Anlass ist, war die Stimmung bei den Startern sehr locker. Ihnen war die Freude anzumerken, endlich wieder bei so einer Veranstaltung mitzumachen. Zeiten waren diesmal Nebensache, aber Ehrgeiz nicht: Mahmud Ibrahim überquerte einmal mehr als erster die Ziellinie. Er kam 2015 als Flüchtling aus Eritrea nach Ostfriesland. Und Flüchtlinge gibt es gerade wieder ganz viele – diesmal aus Europa.
Quelle: Emder Zeitung vom 11.03.2022
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