Emder legten 1.838 Sportabzeichen ab

In der Volkshochschule wurden die Absolventen geehrt. Geht es nach den Verantwortlichen sollen die 2000 bald fallen. 
Es ist einmal im Jahr ein sehr ruhiger und feierlicher Anlass, zu dem die Emder Absolventen des Deutschen Sportabzeichens zusammenkommen. Nachdem sie im vergangenen Jahr ihre Leistungen im Laufen, Springen und Werfen ablieferten, durften sie sich nun ihre Lorbeeren in Form von Urkunde und Stecknadel im Foyer der Volkshochschule abholen.
Im letzten Jahr gab es insgesamt 1838 absolvierte Abzeichen. Was viel klingt, ist auch immer noch viel – allerdings weniger, als noch 2018. Denn da wurden 1943 Urkunden rausgegeben. „Wir hatten eigentlich gehofft, dass wir in diesem Jahr die magische 2000er-Marke knacken”, sagte Sylvia Daniel-Labohm vom Emder Stadtsportbund (SSB). Sie führte nicht nur gekonnt durch den frühen Vormittag an der Volkshochschule, sondern hatte auch einen Appell bereit: „Sagen Sie ihren Bekannten und Freunden Bescheid, dass wir noch ein paar mehr brauchen”, lachte sie.
In dieselbe Kerbe schlug auch der SSB-Vorsitzende Hans-Jürgen Wehmhörner: „Ich will, dass wir noch während ich in dieser Funktion im Stadtsportbund tätig bin, die 2000 Abzeichen schaffen.” Auch er konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Und viele Möglichkeiten hat Wehmhörner auch nicht mehr. Denn, wie er selbst sagt, wird er das Amt nur noch maximal zwei Jahre bekleiden.
Auffälligkeiten gab es auch in der Statistik, die beschreibt, in welchen Altersklassen wie viele Abzeichen abgelegt wurden. „Es sind, wie auch bei den Abnehmern, meist die älteren Menschen”, sagte Daniel-Labohm. 2019 waren es die 50- bis 59-Jährigen, die die meisten Urkunden abstaubten.
„Selbstverständlich würden wir uns aber auch über noch mehr junge Gesichter freuen”, sagte Wehmhörner. Der diesen nicht unwichtigen Punkt gleich für den nächsten Appell nutzte:
„Auch im Bereich der Abnehmer, die die Richtigkeit der Prüfungen im Auge behalten, sind gerne junge Menschen gesehen”, so der SSB-Vorsitzende. Denn: „Wer versteht die Kinder und Jugendlichen denn am besten? Richtig, gleichaltrige.”
Für den Lacher des Vormittags sorgte allerdings eine stadtbekannte Person. Emmy van Detten, die schon seit Jahrzehnten nicht nur die Sportabzeichen abnimmt, sondern auch selbst ablegt, war gewohnt gesprächsfreudig: „Mensch, dich habe ich schon vor zig Jahren beim Kinderturnen trainiert”, sagte van Detten, als eine Sportabzeichen-Absolventin nach vorne schritt. Van Detten selbst wurde natürlich auch geehrt. Sie erreichte 2019 das silberne Abzeichen – und das zum mittlerweile beachtlichen 42. Mal.
Das war nur zu toppen von Bernhard Meyer. Das Urgestein des BSV Kickers Emden legte sein Abzeichen nämlich zum 55.(!) Mal ab. Für ihn gab es erneut die goldene Stecknadel und die Urkunde von Wolfgang Münch und Daniel-Labohm überreicht.
Und, dass die Ausrede „ich bin zu alt für das Ablegen eines Sportabzeichens” nicht zählt, zeigen auch zwei Absolventen auf beeindruckende Weise: Denn mit Jahrgang 1933 (Männer) und 1940 (Frauen) unter den Abzeichen-Trägern, gab es nicht wenig staunende Gesichter zwischen den Stuhlreihen in der vhs.
Quelle: Emder Zeitung von Montag, dem 18.02.2020 (Seite 17)
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