eSport-Wochenende an der Hochschule Emden/Leer

Volles Haus in der Mensa der Hochschule Emden/Leer: Diesmal lag es nicht am Essen, sondern weil am Freitagnachmittag alles für die große Mensa-LAN-Party ausgeräumt war und insgesamt 86 Teilnehmer beim eSport-Wochenende die Rechner-Tastaturen glühen ließen. Alles in allem waren die Organisatoren zufrieden.

Überschaubar war es am Samstagnachmittag, als etliche Spieler erst einmal eine Auszeit brauchten, die Finalspiele auch erst am frühen Abend stattfanden. „Pass auf, links von dir, Achtung”, war an der einen Tischgruppe zu hören, wo vier Spieler ordentlich vertieft in ihrer magischen Spielewelt versuchten, möglichst viele Gegner auszuschalten und Geländegewinne zu erzielen. „Will jemand einen Schokobon?” „Ja, das kommt jetzt gut”, war dagegen etwas weiter zu hören, wo die Spieler gerade erst wieder Platz genommen hatten. Zwischendrin hielt auch der eine oder andere Spieler sein Nickerchen.

Anstrengend war für die Spieler erst nur der Zeitfaktor

Was alle zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, dass es nicht nur konditionell noch einmal anstrengend werden würde. Allerdings nicht, was das Spielen angeht. Da waren alle fokussiert, ließen sich auch nicht beirren, wenn wildfremde Menschen ihnen über die Schulter zusahen. Im Gegenteil: Es hatte den Anschein, als würde es die Spieler freuen, wenn Laien Interesse an ihrem Tun zeigten. Anstrengend war für die Spieler erst nur der Zeitfaktor, 36 Stunden nonstop spielen, da ist Kondition nötig.

Und vor allem ein gutes Ambiente. Doch am späten Samstagnachmittag fiel die Heizung der Hochschule aus, ein Rohr war gebrochen. „Die Haustechnik und auch Vizepräsident Manfred Nessen haben noch alles versucht, allerdings ohne Erfolg”, so der Koordinator für den Hochschulsport, Benjamin Breuer. Die Veranstaltung also beenden? Das stand im Raum. Die Spieler wollten auf jeden Fall weitermachen. „Die Rechner strahlen zwar eine gewisse Wärme aus, aber es wurde trotzdem sehr kalt”, sagte Breuer. Die Spieler seien schon sehr schmerzfrei, was das anginge.

Er war froh, dass die ganze Technik um 23 Uhr am Freitag stand

Matthias Lengen, der 29-Jährige ist im Fachbereich Technik in der technischen Verwaltung und mit der Begleitung von Praktika beschäftigt sowie Koordinator CampusKultur, war auf jeden Fall froh, dass die ganze Technik um 23 Uhr am Freitag stand. „Wir hatten so 22 Uhr anvisiert, bis dann aber alles lief, war es doch eine Stunde später”, sagte er. Zufrieden war er auch damit, dass 115 Teilnehmer möglich wären bei dieser Veranstaltung. „Wenn man bedenkt, dass die Hochschule Emden/Leer mit rund 4500 Studierenden genauso eine große LAN-Veranstaltung wie beispielsweise die viel größeren Universitäten in Aachen oder München hinbekommt, dann ist das schon klasse.”

So wie früher, dass jeder Spieler seine Spiele-CD mitbringt, das Spiel installiert und dann weitergibt, davon sind die heutigen Veranstaltungen weit entfernt. „Das Spiel liegt auf einem leistungsstarken Server, die Spieler loggen sich dort nur noch ein”, so Lengen. Was dann auf den Plätzen zu sehen ist, sind Rechner – manchmal auch Laptops – mit Hochleistungs-Grafikkarten. Auch da sind die Preisunterschiede enorm. In einen Rechner im weiten Rund konnte der Interessierte eine wassergekühlte Grafikkarte bewundern. Preis dieses Umbaus so um die 2000 Euro.

Ein Thema ist das teilweise immer noch negative Image

Ein Thema, das die Spieler auch immer wieder begleitet, ist das teilweise immer noch negative Image. Zwar gab es auch bei der Mensa-LAN-Party die sogenannten Ego-Shooter zu sehen, aber das sei nur ein Teil der Spiele, so Lengen. Der eSport hat vor allem im asiatischen Raum eine große Spielerdichte und enorme Fankultur. Die richtig guten Gamer, wie sie genannt werden, sind hoch bezahlte Spieler, von deren Gehalt mancher Fußballprofi träumt. Und diesbezügliche Veranstaltungen erreichen die Massen, nicht nur in den großen Hallen, sondern auch zu Hause vor den Bildschirmen. In Deutschland hat die eSport-Gemeinde immer mehr Zulauf, die Spielemesse Games-com in Köln ist hierzulande der Fan-Magnet und in jedem Jahr sehr gut besucht.

86 Teilnehmer bei der Veranstaltung in Emden kann sich sehen lassen. Bilanz haben die Organisatoren noch nicht gezogen, waren sich aber sicher, dass sie von einem vollen Erfolg sprechen können. Und wenn dann auch noch so hartgesottene Spieler den kalten Temperaturen trotzen, dann signalisiert das dem Orga-Team, dass es richtig war, die LAN-Party erneut durchzuführen und ihr auch einen höheren Stellenwert zu geben. Nicht zuletzt die Anreise von 250 Kilometern eines Teilnehmers unterstreicht das eindrucksvoll.

Quelle: Emder Zeitung vom Dienstag, 20. November 2018, Seite 17
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