Der Rasenplatz kommt aufs Abstellgleis

Kunststoff oder Hybrid sind die Varianten, die zukünftig auf Emder Fußballplätzen umgesetzt werden sollen.

Der alte Rasenplatz hat ausgedient, auch wenn die allermeisten der Emder Fußballplätze noch auf dem Prinzip Grashalm neben Grashalm basieren. Doch die Zukunft ist das nicht. Das wurde im jüngsten Sportausschuss am Donnerstagabend deutlich. Dort wurde das Thema Kunst- und Hybridrasen intensiv auf Anregung der FDP-Fraktion diskutiert.

„Ich sehe die Zukunft bei uns ganz klar im Kunstrasen”, sagte der Vorsitzende des Stadtsportbunds, Hans-Jürgen Wehmhörner. Er ist sich durchaus bewusst, dass dies aber kostspielig ist. Etwa drei Mal so viel kostet die künstliche Variante gegenüber der reinen Grassode. Unter 600 000 Euro sei da nichts zu machen. Auch die Förderung von Landesseite helfe da nur wenig. Etwa 400 000 Euro koste ein Hybridrasen – das ist eine Mischung aus Kunst- und Naturrasen. Für einen Fußballplatz im klassischen Grün werden etwa 200 000 Euro fällig. Der Hybridrasen verursacht, zusätzlich zur Anschaffung, auch noch eine jährliche Pflege und stetige Wässerung, die durchaus mehrerer tausend Euro pro Jahr kostet.

„Wir sind mit unseren Hybridrasen total zufrieden, aber es ist etwas aufwendig”, berichtetet Ralf Eiklenborg, Vorsitzender des Sportvereins FT 03. Der 16 Meter-Raum vor dem Tor ist bei ihnen in der Hybridvariante vor gut einem Jahr hergestellt worden. Auch der Trainingsplatz in der Größe 70 mal 40 Meter ist mit Hybridrasen angelegt worden. Wäre das nicht der Fall gewesen, dann hätte oftmals wegen des schlechten Platzzustands das Training ausfallen müssen.

Der Hybridrasen sei quasi die Luxusvariante, die sich ein Fußballer nur wünschen könnte. „Ich glaube, es gibt keine Bundesligamannschaft, die nicht auf Hybridrasen spielt”, warf SPD-Ratsherr und Landtagsabgeordneter Matthias Arends in die Diskussion ein. Er ließ aber auch nicht unerwähnt, dass in der Profiliga ganz andere finanzielle Möglichkeiten herrschen. Kunstrasen sei da schon eher etwas für den Breitensport.

„Wir sollten aber die Kirche im Dorf lassen. Wir müssen Sparen, die Stadt hat kein Geld und wir reden über Kunstrasen”, sagte Detlef Kruse und erinnerte daran – er kommt aus dem Ruhrgebiet – dass „früher auf Asche” trainiert wurde. Doch diese Zeiten sind lange vorbei.

„Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es hier auch einen dritten Kunstrasenplatz geben wird”, sagte Wehmhörner und verblüffte einige der Mitglieder im Ausschuss. Bisher gibt es nämlich nur einen Kunstrasenplatz im Herrentorvierten bei Eintracht Emden JFV. TuS Rot-Weiß Emden in Conrebbersweg plant einen Kunstrasenplatz in Eigenregie. Eine entsprechende Förderung sei möglich (wir berichteten).

Dass es Finanzierungsschwierigkeiten für weitere Plätze gibt, war allen durchaus bewusst. Dennoch müsse, wenn Erneuerungen anstehen, genau überlegt werden, welche Variante umgesetzt wird. „Wir werden dann entscheiden müssen. Deshalb ist es wichtig, wenn wir jetzt erst einmal untersuchen, welche Variante die beste ist”, sagte FDP-Fraktionschef Erich Bolinius und bekam dabei Unterstützung von Grünensprecher Bernd Renken.

Dass aus dem zusätzlichen Millionentopf des Landes durch die VW-Zahlung vermutlich kein Geld für neue Sportplätze zu bekommen ist, darauf wies Stadtkämmerer Horst Jahnke hin. Sobald klar ist, unter welchen Bedingungen Geld ausgeschüttet wird, werde die Stadt entsprechende Anträge formulieren. „Das Land fördert vor allem Sanierung von Turnhallen und Hallenbädern”, sagte der zuständige Fachdienstleiter Thomas Buß. Drei Emder Hallen würden ihm da spontan einfallen.

Quelle: Emder Zeitung vom Samstag, 23. Februar 2019, Seite 25
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