Buddeln für den Kunstrasen

Die Hälfte der Bauzeit ist bereits vorbei und so langsam nimmt der Kunstrasenplatz in Conrebbersweg Gestalt an. Am Mittwoch hatte Markus Tebben, Vorsitzender von Rot-Weiß Emden, Sportler, Mitglieder, Politiker und Sponsoren zum offiziellen Spatenstich eingeladen.

Viele Vorarbeiten scheinen bereits erledigt zu sein: Die Grasnarbe ist abgetragen, ein Unterbaugitter und die ungebundene Tragschicht mit Feinplanum sind bereits zu sehen. „Johann Janssen räumte zum Beispiel an einem Wochenende die ganzen Platten ab. Sonst wären wir womöglich heute noch gar nicht so weit, wie wir es jetzt sind”, sagte Tebben. Auch ihm ist klar, dass es ohne die zahlreichen freiwillige Helfer nicht geht. „Meine Opas, die sich immer dienstags und freitags treffen, helfen, wo sie nur können.”

Zuvor hatte Tebben, völlig untypisch, eine kleine Rede vorbereitet: „Normalerweise brauche ich sonst nie Extra-Zettel. Aber heute bin ich doch etwas nervös.” Die Nervosität legte sich aber schnell. „Ich weiß, dass das Filmfest drückt. Einige wollen ja noch dorthin.” Dabei warf er einen kurzen und knackigen Rückblick auf seinen Verein und die Vorbereitungen, die mit dem Bau eines Kunstrasenplatzes einhergehen.

Vieles erledigten die Rot-Weißen in Eigenregie. Zwei Wochen vor Baubeginn hatte der Verein bereits eine meterlange Furche gegraben. Denn die Zeit drängte: So waren bereits am 2. Mai die ersten Baumaschinen und Bagger von einem Bauunternehmen auf dem Sportplatz angerollt (wir berichteten). Hans-Jürgen Wehmhörner vom Stadtsportbund Emden (SSB) habe, so Tebben, noch gesagt: „Ihr macht auch erst, bevor ihr fragt.”

Bei seiner Ansprache zeigte sich Tebben aber auch etwas irritiert, dass in der Presse zu lesen war, dass der Platz einzig für Rot-Weiß gebaut wird. „Der Kunstrasen soll für alle Emder Vereine sein und nicht nur für uns.”

Auf die Frage, ob sich jeder Verein aus Emden melden könne, meinte Tebben: „Einfach anrufen, Termin machen. Dann geht das.” Selbstverständlich sind damit aber auch Kosten verbunden.

Im gleichen Atemzug ging Tebben noch kurz auf die Finanzierung des Sportplatzes ein: „Im vergangenen Jahr erhielt ich von Anja Büttner (SSB) einen Anruf, dass ich doch alle Papiere zusammenpacken solle und wir vom Landessportbund bis zu 100 000 Euro erhalten können.” Gesagt, getan: Hinzu kamen 15 000 Euro, die der Verein „Ein Herz für Kinder”zugesichert hat und Gelder in Höhe von 350 000 Euro von der Sparkasse Aurich-Norden, die über fünf Jahre hinweg mit Hilfe der Stadt Emden abbezahlt werden sollen. Insgesamt betragen die Kosten für den Kunstrasen etwa 465 000 Euro. Der Verein startete das Vorhaben mit einem Eigenkapital von rund 100 000 Euro.

In einem früheren Gespräch mit der Emder Zeitung hatte auch der Kickers-Vorstand, um Jörg Winter und Albert Ammermann, angegeben, dass auch sie den Kunstrasenplatz in Conrebbersweg unter Umständen für den Spielbetrieb in der Oberliga Niedersachsen anmelden wollen. „Wenn wir damit ausfallende Spiele verhindern können, macht das sicherlich Sinn für uns”, so Winter damals.

Bis zur Fertigstellung Ende Juli / Anfang August ist aber noch eine Menge Arbeit und Schweiß angesagt. In den verbleibenden sieben Wochen müssen die gebundene Tragschicht, der Quarzsand und das Einfüllgranulat aufgetragen werden. Erst dann kommt der finale Schritt: der Kunstrasen. Denn alles andere steht soweit, sogar die Vereinssatzung wurde entsprechend angepasst (wir berichteten). Spätestens im August soll dann einem Eröffnungsspiel auf neuem Kunstrasen nichts mehr im Weg stehen. Und wenn Rot-Weiß weiterhin so tatkräftig unterstützt wird, werden die Arbeiten sicherlich auch pünktlich fertig sein.

Quelle: Emder Zeitung vom Freitag, den 14.06.2019 (Seite 17)
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