Auch das letzte “Ja” ist da

Jahreshauptversammlung bei FA Wybelsum: Einstimmiges Votum der Mitglieder.

Eigentlich hatte der 1. Vorsitzende von Frisch-Auf (FA) Wybelsum, Ansgar Hinrichs, einen recht entspannten Abend und im Vorfeld auch damit gerechnet. Bei der Jahreshauptversammlung erklärte er seinen Mitgliedern die weitreichenden Pläne der fußballerischen Zusammenarbeit im Seniorenbereich, die sich die drei Vereine in Emden-West auf die Fahne geschrieben haben. Beim Turnerbund Twixlum und den Sportfreunden Larrelt stimmten die Mitglieder für die Aufnahme von diesbezüglichen Gesprächen. Als die Wybelsumer – einstimmig – ebenfalls dafür waren, fiel Hinrichs sichtlich ein Stein vom Herzen.

Damit ist der Weg erst einmal frei, dass sich die Vorstände der drei Vereine Gedanken machen, wie diese Zusammenarbeit schnellstmöglich umzusetzen ist. Denn es waren die aktiven Fußballer, Trainer und Betreuer, die bei einer Versammlung vor vier Wochen dafür plädierten, diese Ideen doch schon in der Saison 2019/2020 auf die Schiene zu bringen. Damit hatten die Vorsitzenden Martin Remmers (TBT), Norbert Beek (SFL) und Hinrichs nicht gerechnet, deren Zeitplan eher die Saison 2020/2021 vorsah.

Welches Potenzial ein Zusammenschluss allerdings birgt, zeigte bei der Jahreshauptversammlung in Wybelsum die Sparte Völkerball. Es läuft nicht mehr rund, der Völkerballmotor bei Frisch-Auf stottert nicht nur, er röchelt. „Wir haben aktuell nur noch fünf Spielerinnen“, sagte Karina Mönch. Damit sei keine reine Mannschaft aus Wybelsum und Twixlum mehr zu stellen. Auch da hatte ihr erster Vorsitzender schon eine Antwort parat, wie der Motor wieder flott zu bekommen sei. „Ich habe schon mit Norbert und Martin geredet und vielleicht könnte Völkerball die erste neue Sparte unter der neuen Zusammenarbeit werden.“

Ein schlüssiges Konzept steht auf dem Plan.

Die nächsten Monate sollen genutzt werden, um ein schlüssiges Konzept zu erarbeiten, wie die Umsetzung eines neuen Dachvereins für den Seniorenfußball zu realisieren ist. Diesbezüglich sollten die Mitglieder per Stimme erklären, ob die Vorstände überhaupt in diese Richtung arbeiten dürfen. Und nun ist es offiziell.

Stand bisher ist, dass in der kommenden Saison die Pässe der Spieler, die Ambitionen haben, höher zu spielen, bei den Larrelter landen. Hintergrund dafür ist, dass der Bezirksligaplatz weiter besetzt werden soll, eine Spielgemeinschaft (SG) aber nur bis zur Ostfrieslandliga starten darf. Eine 2. Mannschaft spielt dann als SG in der Ostfrieslandliga, eine dritte Mannschaft, so die jetzige SG Wybelsum/Twixlum II/Larrelt II als derzeitiger Tabellenführer denn aufsteigt, in der Ostfrieslandklasse A2.

Leistungsstarke Mannschaften aufzustellen, das fällt den drei Vereinen zusehends schwieriger. Denn ein Blick auf die A-Jugenden im Kreis Ostfriesland, verdeutlichen die Misere. Es gibt 30 A-Jugendmannschaften und 120 Herrenteams im Kreis, die sich um die jungen Fußballer „streiten“ müssen. Vorbei sind die Zeiten, auf die vor ein paar Monaten der stellvertretende Kreisvorsitzende Rainer Hoffmann hinwies und die er selbst aktiv erlebte: Als er A-Jugendfußballer war, gab es alleine in Emden 17 A-Jugendteams.

„Wir haben jetzt schon nicht genügend Aktive in den Sparten, und das geht den anderen beiden Vereinen ähnlich.“ Kräfte bündeln, sich breit aufstellen: Das würde, so Hinrichs, mit der Jugend-SG Emden-West nach anfänglichen Schwierigkeiten jetzt sehr gut funktionieren. Er hoffe, dass das auch im Seniorenfußball möglich sei. „Wir wollen die sportliche Zukunft selber gestalten.“ Gespräche mit dem Stadtsportbund, den Verantwortlichen beim NFV-Kreis und mit der Stadt habe es bereits gegeben. „Der Weg, den wir gehen wollen, ist richtig, haben uns alle bestätigt.“

Dass es ein großes Projekt ist, was die drei Vereine da vor haben, ist den Vorständen bewusst. Insgeheim hoffe Hinrichs auf die mögliche Finanzierung eines Kunst- oder Hybridrasenplatzes, obwohl laut Plan der Stadt nur zwei in Emden vorgesehen sind. Mit einem neuen Verein habe die Stimme aus Emden-West auf jeden Fall mehr Gewicht. Alles in allem hoffen Remmers, Beek und Hinrichs, dass sich die Attraktivität der drei Vereine, erst einmal im Fußball und dann im Völkerball, deutlich steigern wird.

Was allerdings ein Verein Wert ist, ohne die vielen helfenden Hände, machte Hinrichs ganz deutlich: „Nichts“. Denn die ehrenamtlich Tätigen sind es oft, die unter anderem über das Fortbestehen einer Sparte entscheiden. So wie Jan van der Linde, der immer wieder für den Tischtennissport trommelte. Vor 15 Monaten lag die Sparte am Boden, doch nun sind es wieder so um die 20 Aktive, die sogar eine Mannschaft im Punktspielbetrieb stellen. Und die Gegner freuen sich darüber, hieß es in der Versammlung.

Die Vereinsattraktivität spiegelt sich vielleicht auch anhand der Treue wieder. Deshalb wurde auch bei dieser Jahreshauptversammlung die langjährigen Vereinsmitglieder bedacht (siehe Kasten). Apropos Attraktivität und Aktivität: Der Wybelsumer Polderlauf hat sich zu einer erfolgreichen Laufveranstaltung entwickelt. Im vergangenen Jahr war bei Frisch-Auf jede Menge los, die Kasse ist top und der Vorstand wurde einstimmig entlastet.

Quo vadis, Frisch-Auf? „Wenn wir mit den beiden anderen Vereinen zusammen arbeiten, ändert sich bei uns fußballerisch 2019/2020 erst einmal nichts“, sagte Hinrichs. Doch für das ganz große Projekt in naher oder ferner Zukunft ist der erste Schritt getan, das haben die Mitglieder mit ihrem Votum unterstrichen. Und sie haben sich zum Schluss auch schon Gedanken gemacht, wie das „Dreigestirn“ gut zu vermarkten wäre. Ob es nicht Sinn mache, wenn sich die drei Vereine für die nächste Emder Fußball-Hallenstadtmeisterschaft bewerben würden, sozusagen als positives Signal nach außen. Hinrichs wird den Vorschlag auf jeden Fall mit Remmers und Beek besprechen wollen.

Quelle: Emder Zeitung vom Montag, 25. März 2019, Seite 22
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