Auch bei SuS ist das Ehrenamt das Rückgrat

Bei der Jubiläumsfeier von Spiel und Sport Emden haben Mitglieder und Funktionäre auf die Vereinsgeschichte geschaut.

Ein typisch ostfriesischer Empfang – ohne viel „Tamtam”: Die Feier zum 100-jährigen Vereinsjubiläum von Spiel und Sport Emden im Hotel Faldernpoort ist eine kleine Zeitreise gewesen. Vor etwas mehr als 80 SuS-Freunden ließ unter anderem Oortgiese die 100 Vereinsjahre Revue passieren.

Neben NFV-Präsident Günther Distelrath begrüßte der Vereinsvorsitzende Rainer Oortgiese auch Hans-Jürgen Wehmhörner vom Stadtsportbund Emden und die Bürgermeisterin Doris Kruse, so wie die Sportausschussvorsitzende Andrea Risius. Auch SuS-Mitglied Bernhard Janssen kam extra aus Berlin angereist. Janssen ist noch heute vielen Emdern im Bereich Fußball ein Begriff: Er war Trainer des jetzigen Emder Landesligisten BSV Kickers Emden, und trainierte die Fußballer in Norden und Aurich. Außerdem arbeitete er als Nachwuchs-Koordinator beim Bundesligisten VfL Wolfsburg.

Die im Vorfeld entwickelte Jubiläums-Zeitschrift stieß bei den Gästen auf großes Interesse: Denn jeder warf einen Blick in die Jubiläumsausgabe. Auf den, – wie sollte es auch anders sein – genau 100 Seiten, gab es viel zu entdecken und einige schwelgten bereits nach kurzer Zeit in Erinnerungen und fühlten sich zurückversetzt in ihre eigene aktive Karriere.

Dafür sorgten aber auch die platzierten Stellwände, die zusätzlich zur „Festschrift” aufgestellt waren. Hier gab es ebenfalls einiges zu entdecken. Die Wände waren waren mit einigen Höhepunkten der Geschichte von Spiel und Sport versehen und schaffte damit einen passenden Rahmen zu den Worten von SuS-Vorsitz Rainer Oortgiese: „Durch die zum Teil persönlichen Erzählungen unserer Vorfahren, lässt sich nur erahnen, wie viel positiven Lebensinhalt und Freude SuS seinen Mitgliedern in den 100 Jahren gegeben hat.” Und Oortgiese fügte hinzu, dass er persönlich 50 Jahre dieser Geschichte begleiten durfte: „Wie viele andere auch, bin ich sehr stolz darauf, ein Stück weit zu dieser Historie und Tradition beigetragen haben zu dürfen.”

Für den Vereinsvorsitzenden ist aber eines ganz sicher: „100 Jahre Spiel und Sport stehen für 100 Jahre Zusammenhalt und Kameradschaft”, so Oortgiese. Gerade diese Tugenden seien es, die heutzutage nicht mehr selbstverständlich seien.

Außerdem sei es wichtig, dass Vereinsschiff weiterhin auf sicherem Kurs zu halten. Mit Blick in die Zukunft: „Rechnen kann man mit vielen Zusammenschlüssen. Nicht nur von einzelnen Mannschaften”, heißt es im Grußwort von Oortgiese. Er hoffe aber, bei seinem Vorstand und den Rechtsnachfolgern, weiterhin ein gutes Gepür für die Entscheidungen zu haben.

Danach übergab Oortgiese das Wort an Emdens Bürgermeisterin Doris Kruse, die im Namen des Oberbürgermeisters Bernd Bornemann, den Spiel und Sportlern die Glückwünsche aussprach. Nachdem die SuS-Mitglieder sie anfänglich aufgrund des richtigen Vereinsnamens – „Spiel und Sport” und nicht „Sport und Spiel” korrigieren mussten, setzte die Bürgermeisterin ihre Rede fort. SuS sei ein Verein, „der jung und alt verbinde”. Dabei fasst Kruse vor allem die Bedeutung des Ehrenamts zusammen: „Ohne die Ehrenamtlichen, die uneigennützigen Menschen, wären wir aufgeschmissen.”

Nach einer kleinen kulinarischen Stärkung übernahm Günter Distelrath den Platz am Podium: „Ich bin gerne hier. Ostfriesland gehört zu meinen Lieblingsflecken”, begann er seine Worte. Auch der NFV-Präsident würdigte in seiner Ansprache vor allem die weitreichenden Bedeutung von ehrenamtlichen Helfern und blieb im weiteren Verlauf seiner Rede sehr allgemein. „Sie bilden das Fundament, auf dem Fußball in Deutschland steht. Sie sind das Herz, die Seele und das Rückgrat des Sports.”

Während seiner Rede kam er auch auf den Ehrenvorsitzenden Jakob Schröder und den 2. Vorsitzenden Peter Bartsch zu sprechen, die 2014 die Verantwortung übernahmen, als der Verein kurz vor der Auflösung stand. Ebenso gab Distelrath einige Geschichten und Anekdoten aus 100 Jahren SuS zum Besten. „Wie in den 1920er Jahren, als zwei Spieler den Abfahrtstermin verpassten, sich kurzerhand Schlittschuhe umschnallten und ihrer Mannschaft auf dem zugefrorenen Kanal ins 30 Kilometer entfernte Aurich hinterher flitzten.”

Im Anschluss überreichten Distelrath und Winfried Neumann (NFV Kreis Ostfriesland), dem Verein eine „100er Plakette”, die extra angefertigt wurde. „Dafür werden wir mit Sicherheit einen besonderen Platz finden”, versicherte Oortgiese. Zusätzlich durfte sich SuS über einen Check in Höhe von 500 Euro freuen. Geschenke gab es an diesem Tag zu genüge.

Auch der Oberbürgermeisterkandidat und Vereinsvorsitzende von Blau-Weiß Borssum ,Tim Kruithoff, ließ sich diese Veranstaltung nicht entgehen. Im Namen des Vereins von Blau-Weiß Borssum gab es ein „zuckersüßes” Geschenk – eine Torte mit beiden Vereinswappen und den besten Wünschen drapiert. Diese wurde von Oortgiese, Bartsch und Kruithoff in Anwesenheit aller angeschnitten.

Andrea Risius, die gleichzeitig Sportausschussvorsitzende ist, hielt eine knappe und dennoch prägnante Ansprache: „Liebe Geburtstagskinder”, fing sie an. „Ich bin die Tante, die Klavier spielt und keine Geschenke verteilt.” Das kam bei den Gästen gut an, auch der besonder Dank, der den ehrenamtlichen Helfern galt. „Geld, was kein Geld bringt und dennoch unbezahlbar ist – das Ehrenamt”, so Risius. Das Ehrenamt sei so wichtig, so wie die Kameradschaft. „Schon mein Vater hat bei SuS in den 50er Jahren gespielt und auch er war vor allem von der Kameradschaft untereinander fasziniert”, sagte Risius. Ihr Vater sei zudem sehr stolz auf seine Tochter, dass sie heute bei dieser Veranstaltung ein paar Worte an die SuS-Mitglieder richten durfte.

Nach dem offiziellen Teil, ging es nach mehr als zwei Stunden über in den gemütlichen Part. In geselliger Runde verweilten die vielen Gäste und Mitglieder und hielten hier und dort noch ein „Pläuschchen” über die vergangenen Zeiten. Mit den abschließenden Worten des Vereinsvorsitzenden: „Wenn alles gut läuft, treffen sich unsere Nachfahren in 100 Jahren an dieser Stelle wieder.”

Und so war es am Ende ein rundum gelungener „Jubiläums-Empfang” von Spiel und Sport Emden, der vermutlich sowohl dem Vorstand, den Mitgliedern als auch den Gästen noch einige Zeit in Erinnerung bleiben wird.

Quelle: Emder Zeitung vom Montag, 15. April 2019, Seite 21
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