Sanierungsstau – Gibt es mehr Geld?

14 Emder Vereine haben sich in einem offenen Brief an die Vorsitzenden der Rats-Par­teien gewandt. Das wichtigste Anliegen der Unterzeichner ist: Der Sanierungsstau bei den 56 Emder Vereinen muss weiter abgebaut werden, deshalb muss die Politik dort zwin­gend Lösungen finden, auch in Hinblick auf den Erhalt der Vereinslandschaft in dieser Stadt.

Des Weiteren betonen die Unterzeichner, dass ihr Schreiben keineswegs gegen den BSV Kickers Emden gerichtet ist, sondern seine Erfolge im höchsten Maße Anerkennung fin­den. Wie bereits berichtet, haben sich die Rats-Parteien geschlossen dafür entschieden, dass der Hauptplatz im Ostfrieslandstadion saniert wird und der BSV Kickers dazu eine Sonderzahlung in Höhe von 100 000 Euro von der Stadt und über drei Jahre verteilt je­weils 22 000 Euro vom Stadtsportbund (SSB) erhält. Das soll in die zukünftigen Haus­haltsplanungen und -beratungen aufgenommen werden. Die Kosten der Hauptplatz­sanierung belaufen sich auf nicht ganz 390 000 Euro.

Der Sanierungsstau wurde schon um die Hälfte reduziert

Der SSB erhält ein Budget von der Stadt Emden in Höhe von 100 000 Euro pro Jahr, mit dem Projekte in den 56 Emder Vereinen finanziell unterstützt werden. So sind nach den Worten vom SSB-Chef Hans-Jürgen Wehmhörner viele anfallenden Vorhaben, wie bei­spielsweise viele Bau-Pflegearbeiten, Flutlichtanlagen bei einigen Vereinen und der Hybridrasen bei FT 03 Emden, schon abgearbeitet worden. Deshalb hat er im Gespräch mit der Emder Zeitung auch erwähnt, dass der Sanierungsstau, denn der SSB einmal auf zwei Millionen Euro bezifferte, schon um die Hälfte reduziert worden ist. „Wenn die Stadt also möchte, dass wir dort noch intensiver aktiv werden, dann muss sie auch mehr Geld dafür zur Verfügung stellen.“

Erich Bolinius , Fraktionsvorsitzender der FDP, hat in einer Antwort zum offenen Brief ganz klar zum Ausdruck gebracht, dass sich die Vereine darauf verlassen können, „dass wir auch in Zukunft Unterstützung gewähren werden, aber immer nach Abstimmung mit dem Stadtsportbund“. Über den Zuschuss für die Sanierung des Kickersplatzes haben die Parteivorsitzenden unter anderem mit dem Stadtsportbund mehrere Gespräche geführt. Der Stadtsportbund hat zugestimmt, danach haben alle Parteien auch zugestimmt, führte Bolinius aus.

Nun prüft der Fachdienst Schule und Sport alle dafür relevanten Dinge

Immer wieder wird in diesem Zusammenhang von dem zurzeit größten sportlichen Vor­haben in Emden, die Zusammenlegung der Vereine FA Wybelsum, TB Twixlum und SF Larrelt, gesprochen. „Wir haben mit den drei Vorständen ein Gelände gefunden, dass den Verantwortlichen zusagt“, sagte Wehmhörner. Nun prüfe die Stadt, der Fachdienst Schule und Sport, alle dafür relevanten Bedingungen und Vorgaben. „Im März sollte die Antwort der Stadt vorliegen, erst wenn es von dort das Okay gibt, können die drei Vereine jeweils eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen und in ihren jeweiligen Ver­einen darüber abstimmen.“ Der Ball, so der SSB-Chef, läge damit für dieses Projekt also eindeutig bei der Stadt.

Ein gemeinsames Gespräch über dieses große Vorhaben zwischen Emder Zeitung, Stadt­sportbund und dem Fachdienstleiter für kommenden Dienstag ist erst einmal auf Eis ge­legt, weil Anfragen nur über die Pressestelle der Stadt beantwortet werden. „Und wir als SSB können zurzeit ja nur eine Wasserstandsmeldung abgeben“, sagte Wehmhörner. Eine Anfrage an die Stadt Emden läuft.

Quelle: Emder Zeitung von Freitag, dem 19.03.2021
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