Nun muss Leben in den Verein kommen

Am Montagabend wurde im Kulturbunker der Kultur- und Sportverein (KSV) Union Barenburg gegründet.
Einige sehen es kritisch, andere wiederum finden, dass es genau der richtige Schritt ist: Acht Gründungsmitglieder haben mit ihrer Unterschrift einen neuen Verein in Emden gegründet, um das kulturelle und vor allem sportliche Angebot im Stadtteil Barenburg weiter aufzuwerten. Noch ist beim Kultur- und Sportverein (KSV) Union Barenburg aber alles auf Anfang, bisher steht per Unterschrift nur der Wille, im Stadtteil etwas zu entwickeln, im Vordergrund.

Der KSV hat bisher noch keine Bleibe, allerdings den Anspruch, in das Sportgelände in Barenburg wieder Leben „reinzubringen”. Dort gab es zuletzt eher weniger Aktivitäten, einzig der ehemalige Bundeswehr-Sportplatz war gut frequentiert. Ziel des neuen Vereins „KSV Union Barenburg” ist es, das Vereinsheim und die dazugehörigen Sportplätze wieder neu zu beleben. Zuletzt herrschte dort eher Tristesse (wir berichteten). Noch ist dort der BSV Kickers zuständig, der allerdings das Gelände wieder abgeben möchte. Das war auch Tenor in der Gründungsversammlung, in der neben den acht Gründungsmitglieder noch 14 Interessierte anwesend waren.

Als Gast war der stellvertretende NFV-Kreisvorsitzende Rainer Hoffmann ebenfalls dabei. Er findet den Schritt, den die Gründungsmitglieder gehen wollen, spannend und mutig. Zudem wäre alles gut, was den Stadtteil fördert und die Leute mitnimmt. „Der Zusammenschluss vieler, zur Gründung mindestens sieben, Menschen für ein gemeinsames Ziel, eint alle unter einem Hut”, sagte Hoffmann. Dass der neue Verein zudem das Andenken von Hassan Darbani hochhalten möchte, findet Hoffmann sehr gut. „Er hat viel für Barenburg geleistet.”

Die Eintragung in das Vereinsregister soll schnellstmöglich folgen.

In eher loser Folge haben sich die Gründungsmitglieder und Interessierte getroffen, haben diskutiert und sich, so klang es auf jeden Fall am Montagabend immer wieder durch, viele Gedanken gemacht. Eine Satzung gibt es auch schon, die Eintragung in das Vereinsregister soll schnellstmöglich folgen und auch kommende Treffen sind schon terminiert. Ziel ist auf jeden Fall nicht in Konkurrenz mit anderen Vereinen zu treten. „Wir wollen nichts gegen andere Vereine, auch nicht gegen den BSV Kickers, hier entwickeln, sondern das Angebot in Barenburg stärken”, sagte Till Oliver Becker. Auch der BSV Kickers sei interessiert, dass Union auf gute Nachbarschaft setzt, so Becker. Möglich ist unter anderem, dass sportliche Angebote, die ohne Vereinsgelände machbar sind, jetzt schnell ins Leben gerufen werden, so nach den Worten von Becker, beispielsweise eine Laufgruppe. Denn die Zukunft um das Gelände neben dem Vereinsheim ist noch nicht geklärt. Kickers ist in „guten” Gesprächen mit dem Stadtsportbund (SSB) Emden, wie der 1. SSB-Vorsitzende Hans-Jürgen Wehmhörner sagte, und er ergänzte, dass auch bald eine Entscheidung bekanntgegeben werden wird.

Allerdings gibt es auch kritische Stimmen zu einer Vereinsneugründung. So hatte im letzten Sportausschuss Emdens neuer Oberbürgermeister Tim Kruithoff gesagt, dass so ein Schritt nicht der richtige wäre. Demgegenüber fand Uwe Frerichs von der FDP-Fraktion in diesem Ausschuss so einen Schritt eine Möglichkeit. „Ich sehe das sehr wohlwollend”, sagte er im Vorfeld der KSV-Gründung. „Die Einwohner dort identifizieren sich noch mehr mit Barenburg, wenn dort ein Verein für den Stadtteil ist.” Ohne dem BSV Kickers nahetreten zu wollen, sagte er im Ausschuss: „Wenn ich Barenburger Sportverein heiße, muss ich auch als Kickers da Rasen mähen.”

Doch, auch das war Tenor bei der Gründungszusammenkunft, können die acht Initiatoren des KSV nicht alles alleine hinbekommen. Es braucht tatkräftige Unterstützer, sei es im Bereich Spenden, Material, Geld oder auch Zeit, die jeder einbringen könnte. „Wir können den Verein nur anstoßen, Ideen in der weiteren Arbeit sollten aber von allen kommen”, sagte Becker. Viele Stadtteilbewohner, aber auch Fußballspieler und Fußballinteressierte, haben im Vorfeld signalisiert, dass sie helfen möchten und das sie hoffen, dass sich auch sportlich wieder etwas in Barenburg tut.

Sich aktiv einbringen wollen auch Hanne und Reza Darbani. Die Frau und der Sohn von Hassan Darbani stecken zurzeit viel Schweiß, eigenes Geld und Herzblut in das Sportgelände. Sie wären auf jeden Fall interessiert, wenn sie weiterhin das Sportheim betreiben dürften. Das wiederum stieß bei den Gründungsmitgliedern auf offen Ohren. Die Gründungsmitglieder haben nach den Worten von Manfred Wenzel darauf gehofft, dass Hanne und Reza Darbani mit im Boot sind. Es wird engmaschig weitere Gespräche mit allen (SSB, Stadt Emden, Finanzamt und viele mehr) geben müssen. „Aber, noch sind wir ein Verein ohne Zuhause”, sagte Becker abschließend.

Quelle: Emder Zeitung von Mittwoch, dem 11.12.2019 (Seite 15)
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