StadtSportBund Emden sucht für den Sportplatz in Barenburg eine schnelle Lösung

Nein, so richtig sprachlos ist der Vorsitzende vom Stadtsportbund (SSB) Emden, Hans-Jürgen Wehmhörner, nicht, wenn er an das Sportgelände in Barenburg denkt und es sieht. Es sucht nur die richtigen Worte, um auszudrücken, was er dabei empfindet und wie wütend er ist. „Das Gelände hat Kickers vor die Wand gefahren”, sagte er. Da der BSV Kickers aber noch immer dort Pächter ist, liegt der Ball nun beim Sportverein, wenn sich in Barenburg etwas bewegen soll. Darbani liegt das Gelände weiterhin sehr am Herzen.

Der Fußballplatz dort und auch das Vereinsheim sowie die umliegenden Flächen sind in keinem guten Zustand. Zuletzt hatte Reza Darbani einiges an Zeit vor allem ins Vereinsheim gesteckt, um dort die beliebten Bingoabende einmal im Monat abhalten zu können (wir berichteten). Darbani liegt das Gelände sehr am Herzen, steckte sein Vater Hassan Darbani doch viel Zeit, Geld und Herzblut in den ehemaligen Verein Blau-Gelb Barenburg und auch nach der Fusion mit Kickers 2008 in den neuen Verein Barenburger Sportverein (BSV) Kickers Emden. Hassan Darbani starb Anfang 2017.

Für alle Beteiligten scheint die derzeitige Situation nicht befriedigend zu sein. So möchte Kickers bis Ende des Jahres, nach den Worten vom 2. Vorsitzenden Albert Ammermann, das Gelände abgeben. „Das müssen sie uns aber auch endlich einmal mitteilen”, sagte Wehmhörner. Denn es müsse schnellstmöglich dort etwas passieren, damit das Gelände auch weiterhin für den Sport und eventuell anderen Aktivitäten zu nutzen ist.

Wehmhörner und auch Reiner Mensen (stellvertretende Vorsitzende für Finanzen im SSB) denken aber schon nach vorne. „Wir würden bei der Renaturierung unterstützen”, sagte Mensen. Wehmhörner führte aus, dass es eigentlich drei Optionen für das Gelände gibt, wobei er über die erste Option – „Kartoffelacker” – nicht weiter nachdenken möchte.

Tigers trainierten vor kurzem noch in Barenburg.

„Vielleicht gründet sich ein neuer Verein und pachtet das Gelände, oder eben ein schon bestehender Verein.” Das wäre sicherlich eine gute Option, so der SSB-Chef. „Wir könnten mit der Stadt auch die Obhut dort übernehmen und den Platz für alle Emder Mannschaften gegen ein entsprechendes Entgelt zur Verfügung stellen.”

Zuletzt hatte die Jugendmannschaft der Emden Tigers dort ein Trainingscamp abgehalten. Tigers-Trainer Johannes Podeschwa ließ den Fußballplatz auf eigene Kosten mähen. Doch es sei immer noch eher ein Stoppelfeld. „Das Gras stand da mannshoch, und es war ersichtlich, dass dort lange nichts passiert ist.” Ein Grund für den SSB, einmal kritisch zu hinterfragen, wo den die Gelder für die Pflege bespielter Plätze hingeflossen sind beim BSV Kickers, die jeder Verein bekommt. „Nach Barenburg sicherlich nicht”, sagte Wehmhörner.

Podeschwa ist mit dem derzeitigen Homefield seiner Football-Mannschaft beim Rasensportverein (RSV) Emden hinterm Bahnhof sehr zufrieden. „Wir fühlen uns da wohl, es läuft alles gut und wir wollen eigentlich auch nicht dort weg.” Trotzdem sei es reizvoll, einmal darüber nachzudenken, wie es wäre, wenn die Tigers als Verein das Gelände in Barenburg pachten. „Wir haben ja schon einmal darüber nachgedacht”, sagte Podeschwa. Nun wolle er bei der Jahreshauptversammlung demnächst die Mitglieder befragen .

Klar ist Podeschwa, das ihm und seinem kleinen Verein irgendwie die Manpower fehlen wird. „Wir haben nicht eine Rentnerband, die tagtäglich auf dem Gelände für Ordnung sorgt.” Schon jetzt sei die Situation bei den helfenden Händen im Verein teilweise sehr angespannt.

Kein klares Nein der Tigers und eine Herzensangelegenheit.

Die fehlende Manpower hatte auch Ammermann vom BSV Kickers angeführt, warum auf dem Sportgelände in Barenburg nichts passiert ist, trotz vieler guter Pläne und auch der Mitarbeit über eine lange Zeit der zweiten und dritten Herren des BSV.

Dennoch sieht Podeschwa in der sich bietenden Möglichkeit eine Option. Und er sei nicht der Mann, der von vornherein Nein sagt. „Dann hätten wir einen eigenen Platz mit einem eigenen Vereinsheim.” Ein schöner Gedanke für den Tigers-Chef. „Allerdings muss jetzt auch einiges an finanziellen Mitteln in das Gelände fließen, so ist es nicht zu gebrauchen.”

Hilfe würde auf jeden Fall Reza Darbani geben. „Ich stehe zu meinem Angebot, dort weiter mitzuarbeiten”, sagte er. Es sei für seine Mutter, seinen Bruder und auch ihn eine Herzensangelegenheit, dass das Gelände dort nicht verkommt. „Wir möchten als Familie einfach, dass im Gedenken an meinen Vater hier weiterhin etwas los ist.” Der „Ball” auf dem Weg für einen Neuanfang auf dem Sportgelände in Barenburg liegt nun beim BSV Kickers Emden.
Quelle: Emder Zeitung von Mittwoch, dem 28.08.2019 (Seite 15)
www.EmderZeitung.de