Urlaub im Ruderboot?

Grundsätzlich vom Konzept überzeugt: Michael Wenzel, Regionalmanagement Mittleres Ostfriesland, Horst Jahnke, Erster Stadtrat Stadt Emden, Hartwig Knoche vom Emder Ruderverein, Harm Uwe Weber, Auricher Landrat.

Wenn es nach den Rudervereinen aus Emden, Aurich und Norden geht, dann spielen Ruderboote in den nächsten Jahren eine wachsende Rolle im ostfriesischen Tourismus: Die drei Vereine haben sich auf die Fahnen geschrieben, das Wasserwandern in Ostfriesland als touristisches Standbein zu stärken und dafür auch notwendige Infrastrukturen an den Kanälen ausbauen. Ein erstes Kooperationstreffen, auf dem eine „Vision 2025” der Vereine vorgestellt wurde, hat jetzt stattgefunden.

Etwa 40 geladene Gäste – darunter regionale Politiker, Vertreter der Kommunen, der Wassersportvereine, Naturschutzbehörden, Wasserverbände, aber auch Touristiker, Unternehmer und der Hotel- und Gaststättenverband – staunten nicht schlecht, als Hartwig Knoche vom Emder Ruderverein die „Vision 2025” beschrieb: Danach bereisen Wasserwanderer aus ganz Deutschland und den Niederlanden Ostfriesland als eines der besten Wassersportreviere, um die Region auf den ruhigen Kanälen zu erfahren, die Weite der ostfriesischen Landschaft zu bestaunen und die typische Teezeremonie in einer der gemütlichen Gaststätten zu zelebrieren. In sogenannten „Wasserwanderstationen“ werden die Wassersportler empfangen, können sich ausruhen oder sich auf den nächsten Ausflug vorbereiten. Hier finden Sie Informationen zum Wassersportrevier, zu Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe und zu den Sehenswürdigkeiten Ostfrieslands. Ihre eigenen Boote können in den Bootslagern sicher „übernachten“, oder es werden ohnehin die Leihboote der Wassersportvereine genutzt. An und auf den Kanälen finden Ruderer, Kanuten und Paddler ein dichtes Netz an Anlegestellen, Umstiegsmöglichkeiten und Sanitäranlagen und können sich dank einer einfachen Wegweisung leicht orientieren.

Die Realisierung dieser Vision ist erklärtes Ziel der drei Rudervereine Emden, Aurich und Norden, die gemeinsam das Projekt „Wasserwandern mit Muskelkraft“ mit einem umfangreichen Maßnahmenkatalog entwickelt haben. Unterstützt wird das Entwicklerteam der ehrenamtlichen Vereinsmitglieder vom Regionalmanagement der Region Mittleres Ostfriesland (www.

mittleres-ostfriesland.de).

Natürlich sind noch einige Fragen offen: Wer übernimmt die Verantwortung? Wer sorgt sich um die Pflege der Anlagen? Und wer vermarktet das neue Angebot? Dennoch gab es an dem Abend nur positive Stimmen, die das touristische Potenzial erkannt haben und die in Aussicht stehende EU-Förderung ausschöpfen wollen. Michael Wenzel, der als Regionalmanager die Projektdetails vorstellte, sprach von einer „maximalen Förderung von 75 Prozent aus EU- und Bundesmitteln“, die allerdings nur abgerufen werden könnten, wenn das Projekt in „interkommunaler Kooperation zwischen verschiedenen Gebietskörperschaften“ umgesetzt werden würde. Die einmaligen Investitionskosten von etwa 1,5 Millionen Euro zur Errichtung der touristischen Infrastruktur, „würden durch die Förderung deutlich bezuschusst“. „Um diese Förderchance und das touristische Potenzial zu nutzen, sind nun die Kommunen gefragt, miteinander zu kooperieren und die monatelange Projektarbeit der Rudervereine in die Tat umzusetzen“, so Wenzel weiter. Verschiedene Kooperationspartner und insbesondere die drei Rudervereine stünden nun „bootsklar“ auf dem Steg und warteten auf einen Steuermann, der das Kommando übernimmt.

Kontakt: Regionalmanagement der Region Mittleres Ostfriesland, Michael Wenzel. Dieter Meyer Consulting GmbH, Tel.-Nr. 0441/80994-57, wenzel@eurooffice.de , www.mittleres-ostfriesland.de

Quelle: Emder Zeitung vom Donnerstag, 29. November 2018, Seite 15
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